catwalk

Catwalk auf der Challenge #todaysdoodle

365 Tage am Stück Zeichnen: Schaulaufen, Diskutieren, Lernen. Knapp 14 Tage fehlen mir noch und ich habe die #todaysdoodle Challenge bestanden. Was kommt danach?

Ausgangslage

Die Sache mit der Disziplin ist ja sowas Spezielles. Man braucht gute Gründe dafür, etwas regelmäßig zu tun. Zugleich ist es seltsam, überhaupt Gründe finden zu “müssen”. Für jemanden wie mich, der eine sehr kreative, wild umher denkende Persönlichkeit hat, ist es in gewisser Weise unerlässlich, Kontinuität in Bezug auf ein spezielles Thema aufzubauen. Ich interessiere mich immer wieder für Neues und weiß selten mit einem speziellen Detail-Thema langfristig etwas anzufangen. Eine Twitter-Community mit Selbstverpflichtung war in diesem Zusammenhang keine schlechte Wahl.

#todaysdoodle – der Weg dahin

Gezeichnet habe ich schon immer. In der Kindheit. Später als junge Erwachsene hatte ich Freunde aus dem Architektur-Studium. Mit denen war ich in München in der Pinakothek zum Üben. Im Studium der Kulturwissenschaften habe ich dann Drehbuch-Skizzen entworfen (die wollt ihr aber nicht sehen). Später habe ich in Hannover an Veranstaltungen von Dr. Sketchy’s Anti Art School teilgenommen.

Auf dem EduCamp 2011 kam ich dank Ralf Appelt zum ersten Mal mit Sketchnotes in Berührung. Ich war damals aber noch nicht soweit, mich damit intensiver zu beschäftigen. Das geschah letztes Jahr erst im Rahmen der Twitter-Community zu #todaysdoodle. Dieses Jahr im Februar habe ich dann sogar einen erkälteten Vortrag zur #todaysdoodle Community und deren Eigenarten gehalten. Slides dazu hier, falls jemand nachschauen möchte.

Worum geht es bei #todaysdoodle? Eigentlich nur um eins: poste täglich auf Twitter unter dem Hashtag ein Doodle. Und das ein Jahr lang in Folge.

Fragen zum Start: Wissen ist alles

Begonnen habe ich mit der Paper53-App für iOS auf dem iPad. Immer noch eines der genialsten Zeichen-Tools für Anfänger. Sehr schnell kam dann infolge von Twitter-Gesprächen das Bedürfnis dazu, auch auf Papier und mit Stiften zu zeichnen. Man kann es sich nicht vorstellen, aber die Diskussion über Handwerkszeug ist endlos. Immer wieder gibt es Hinweise und Erfahrungen von langjährigen Profis zum Einsatz von Papier, Linern und Markern.

Wie wirkt welche Farbe? Wie setzt man sie ein? Welche Liner machen einen bestimmten Strich? Wie wirkt der in Kombination mit Papierqualität? Sind die Stifte auf Alkoholbasis? Bluten sie durch das Papier? Was ist mit Tinte, wie setzt man die ein? Ruckzuck ist man auch bei Spezialgebieten wie #inkdrawing, #watercolours #urbansketches, #digitaldrawing.

Learnings

Ich habe mich durch quasi ALLES durch gearbeitet im letzten Jahr. Und bin jetzt kürzlich gelobt worden für meine “diversity” – sprich: Vielfalt. Wen wundert es.

Handzeichnungen: läuft. Arbeiten mit Wasserfarben: läuft. Urbansketches: läuft. Live-Sketchnoting: läuft. Sogar in das Digitaldrawing habe ich mich nach einem etwas schweren Anlauf hinein gearbeitet. Man schicke sein iPad drei Wochen in Reparatur und sei auf ein Wacom Intous sowie auf die Software Photoshop und Sketchbook zurück geworfen. Und schon kommt man auf die spannendsten Ideen beziehungsweise entwickelt sich weiter in der Handhabung.

Daneben habe ich noch das Format #doodlecollage erprobt.

Inzwischen kombiniere ich die Techniken miteinander, was ganz erstaunliche Ergebnisse mit sich bringt.

Ausblick

Möglicherweise werde ich mein Commitment mit mir für tägliche Doodles um ein Jahr verlängern.

Warum?

Weil es mich extrem motiviert hat, in kleinen Schritten dazu zu lernen. Genies fallen nicht vom Himmel, ich habe keine Grafik- oder Design-Ausbildung. Trotzdem ist es mir in kürzester Zeit gelungen, mich enorm zu verbessern. Durch Übung.

Es gibt bestimmte Fragen, die mich besonders interessieren – zu denen kann ich arbeiten. Ich kann sie im Web zeigen, ich kann Workshops geben, ich kann Menschen online schulen. Ich kann Kontakte knüpfen und meinen Stil verbessern.

Zunächst wartet ihr einfach mal auf den 21. Juni – das ist der Tag, an dem ich 365 Tage lang täglich ge-doodelt haben werde.

Disziplin ist die Fähigkeit, sich zu merken was man will.
(Unbekannt)