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Wissenschaft 2.0 – Forschung neu denken auf einem Barcamp

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Ein kleines, aber feines Event fand am vergangenen Wochenende in Hamburg statt: das Barcamp Wissenschaft 2.0 mit dem Motto “Forschung neu denken”.

Vorab

Angemeldet waren cirka 50 Teilnehmer, der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte leider zur Folge, dass sich nur knapp 30 Menschen in Hamburg einfanden für eines der ersten Barcamps mit wissenschaftlicher Thematik .

“Forschung neu denken” war das Leitmotto, organisiert wurde das Ganze von der Initiative Wissenschaft im Dialog. Die gemeinnützige GmbH engagiert sich vielseitig im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2014 mit verschiedenen Veranstaltungen. Besonders erfreulich: die Diskussion soll keinesfalls an den Türen des Elfenbeinturms enden. Eine Öffnung mit Blick auf den Einfluss des Digitalen in Alltag, Arbeitswelt, Gesellschaft im Wandel und den Schnittstellen zur wissenschaftlichen Forschung ist explizit gewünscht.

Durch meine Arbeit als Community Managerin für das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) bin ich als erklärte Praktikerin für Wissen und Lernen 2.0 in den vergangenen Monaten näher an die wissenschaftliche Welt heran gerückt. Der Social Media-Auftritt des Leibniz-Forschungsverbund Science 2.0, der als Kooperationspartner für das Barcamp Wissenschaft 2.0. auftritt, wird durch das Community Management der ZBW mit betreut.

Raum und Zeit

Veranstaltungsort war das Betahaus im Schanzenviertel. In diesem Coworking-Space der Hamburger Kreativ- und Digital-Szene stand uns die gesamte erste Etage zur Verfügung. Vollverpflegung ergab sich aus dem Sponsoring scheinbar nicht, aber für Getränke und gehirnanregenden Zuckerinput war auf jeden Fall gesorgt. Freies W-LAN stand zur Verfügung, es gab neben dem Hauptraum genügend kleine Konferenzräume mit technisch kompletter Ausstattung für Präsentationen.

 

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Wie es bei kleineren Barcamps oft der Fall ist: anstelle einer strikten Vorstellungsrunde der Teilnehmer mit drei Hashtags kann schon mal ein Satz mehr zur Person angeführt werden. Auch die Sessionplanung lässt sich in diesem Rahmen so koordinieren, dass Bedürfnisse Einzelner mehr zum Tragen kommen.

Sehr klasse organisiert: es gab gleich zu Beginn am Freitag um 13 Uhr nach der Vorstellung den Link zu einem Piratepad. In diesem wiederum mit angelegt waren schon weitere Pads für die einzelnen Sessions.

Impulsvortrag

Isabella Peters, die als Professorin für Web Science bei der ZBW arbeitet, war für die Eröffnung am Freitag mit einem Impulsvortrag geladen. Die Herausforderungen an Science 2.0 habe ich in einer Sketchnote stark herunter gebrochen.

Isabella Impulsvortrag Science 2.0

Natürlich war der Vortrag wesentlich komplexer als die hier gezeigte Sketchnote (weitere Stichworte übrigens im Piratepad) – aber darin liegt ja auch gerade der Reiz visueller Notizen: kompakte Inhalte auf wesentliche Aspekte zu reduzieren. Von einer anderen Teilnehmerin, die als Wissenschaftsjournalistin tätig ist, weiß ich im Übrigen, dass sie Isabella interviewt hat. In jedem Fall wird sie in dem Online-Magazin für Studierende namens “Pflichtlektüre” einen Blogpost veröffentlichen.

Inhalte und Teilnehmer

Gefühlt kamen über die Hälfte der Teilnehmer aus wissenschaftlichen Institutionen, die anderen über Bekannte oder aus Neugier, weil sie vom Barcamp gehört/gelesen hatten. Die kleinen Sessionrunden führten dazu, dass viele anregende Diskussionen in weiterführende Richtungen entstanden – immer wieder ein Vorteil von kleinen, thematisch spezialisierten Barcamps, dass man in engeren Kontakt zu den Teilnehmern kommt.

Die Themen waren vielfältig: es ging um neue Publikationsformen, Open Access, Industrie 4.0, Tools und Arbeitstechniken für wissenschaftliches Arbeiten, Nutzung von Social Media in der Wissenschaft, Citizen Science und die Kommunikation von Forschungsergebnissen.

Ich habe mich mit einer zweiten Sketchnote an dem Session-Input zum Science 2.0-Survey probiert, der untersucht, welche Rolle Social Media und onlinebasierte Anwendungen in der Wissenschaft spielen. Vielen Dank für die vielen positiven Rückmeldungen.

Social Media in der Wissenschaft_web

Fazit

Mehr davon, bitte. Zum Einen sehe ich natürlich durch meine tägliche Arbeit, dass Social Media, Web Science und offene Konferenzformate ein Gewinn sind für wissenschaftliches Denken und Arbeiten. Zum Anderen macht die Digitale Welt letztlich vor nichts und niemandem halt: wir befinden uns in einem neuen Zeitalter.

Forschung ist dazu ohne Gelder aus der Wirtschaft selten möglich – und wenn sich eines gerade rasant verändert, dann die globalen Wirtschaftsstrukturen: ganze Branchen brechen zusammen und formieren sich neu, die Wertigkeit für Arbeitskraft ändert sich genauso wie die von Produkten. Konstruktive Gespräche über all diese Veränderungen sind entscheidend für adäquates Handeln in der Gegenwart und der Zukunft.

 

Unsere gewaltigen Investitionen in Wissenschaft und Forschung sind Ausdruck unseres Glaubens, daß die Wissenschaften den Menschen nicht nur reicher, sondern auch besser machen können.
Lyndon B. Johnson (1908-73), amerik. Politiker, 36. Präsident der USA (1963-69)